Klingen aus Eisenerzen
Eisenerze reduzieren
Der Rohstahl für unsere Klingen wird direkt aus Eisenerzen mit Holzkohle in einem einfach aufgebauten Schacht reduziert.



Professionell wählt man natürlich eine schnelle und günstige Bauart des Rennofens. Wichtig ist, dass der Ofen auf einer Dampfsperre errichtet wird, um den grössten Feind der Reduktion abzuwehren: die aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden. Bauten auf oder sogar im feuchten Boden ergeben in der Regel keinen brauchbaren Rohstahl.
Die Eisenerze
Grundsätzlich funktionieren alle Eisenerze gleichermassen, der entstehende Rohstahl kann jedoch aufgrund der Erze Differenzen aufweisen. Es sind die Schädlinge Phosphor und Schwefel, die in den Rohstahl übergehen können. Wenn man es beherrscht, können diese zumindest weitgehend abgesondert werden. Andere Legierungselemente gehen in die Schlacke über. Der Stahl erreicht im Rennofen nicht die Schmelze, Legierungen mit dem Eisen können nicht entstehen. Vorteilhaft und einfacher ist es, Erze mit geringen Anteilen an Phosphor und Schwefel zu verwenden, mit einem möglichst hohen Eisengehalt.
Schmieden
Der noch unbrauchbare Rohstahl muss anschliessend durch viel Schmiede- und Schweissarbeit aufbereitet werden. Durch das „In-sich-Durchwalken“ entsteht ein Stahl, der aus mehreren Tausend Schichten besteht. Zentimeter des Rohstahls müssen zu Metern ausgestreckt werden, um eine brauchbare, hohe Stahlqualität zu erreichen. Weltweit wussten das unsere Vorfahren, die japanischen Schwertschmiede falten den Stahl bis zu 13 mal. Feine oxidische Linien sind die hauptsächliche Struktur dieses Stahls.
Nach dem Formschmieden werden die Klingen blank geschliffen und gehärtet. Nach dem finalen Schliff, bis zu einer feinen Oberfläche, werden durch die Kunstpolitur die vielen verschiedenen feinen Strukturen ersichtlich gemacht. Die Stahlherstellung, Schmiedearbeit und auch die Politur sind sehr aufwendig, aber es ist das Handwerk unserer Vorfahren. Mehr Informationen auf dem YouTube- Kanal „Schwertschmiede“ oder zum Beispiel auch unter „Wissenschaft„ (wird mit der Zeit erweitert). Zu den Klingen aus Eisenerzen kommst du HIER.
Die Härtung
Im Bild sind beide Seiten einer Ende 2025 gehärteten Sax -Klinge aus selbst hergestelltem Stahl zu sehen. Der blanke Stahl wurde gesamthaft in Wasser abgeschreckt. Es ist die normale und natürliche Härtung eines optimalen Stahls. Die Härtung ist nur schmal, der dünnen Schneide entlang. Grössere Querschnitte lassen sich nicht härten.


Jeder, der aus Eisenerzen arbeitet, erhält nur diese schmale Härtung. Auch unsere Vorfahren. Ein guter Stahl weist mehrere Tausend Schichten auf und der Kohlenstoff ist sehr viel schwächer gebunden als bei Industriestahl. Das heisst, wenn der Stahl glüht, wandert der Kohlenstoff sehr schnell. Das sind alles grundsätzliche Fakten über diesen Stahl. So etwas wie „Damaszenerstahl“ als historisch europäisch oder auch japanisch zu betrachten, ist schlichtweg absurd und blödsinnig.
Eine absolut neutrale, normale Härtung eines Stahls, der direkt aus Eisenerzen im Rennofen hergestellt wurde. Der Stahl ist von höchster Qualität, enormer Reinheit und einem optimalen Kohlenstoffgehalt. Durch die Härtung in Wasser entstand eine Durchhärtung der Schneide entlang, darüber und an den Kanten des Rückens eine oberflächliche auslaufende Härtung.

Unterdessen kann ich bereits seit 30 Jahren direkt aus Eisenerzen Klingen schmieden und diese auch kraftvoll härten. Unterdessen sind es sicherlich weit über 100 Klingen, die ich aus diesem Stahl gehärtet habe. Diese abgesetzte Härtung erscheint immer bei Klingen aus Eisenerzen, sobald sie eine Materialdicke von über 4 mm aufweisen. Seit über 35 Jahren untersuche ich alte Stähle, die von unseren Vorfahren im Rennofen hergestellt wurden. Auch da sind es unterdessen Hunderte Stähle, die ich untersucht habe. Die abgesetzte, schmale Härtung ist immer anzutreffen.

In Europa ist es kein Fachbereich der von Intelligenz geprägt ist
Wie bei uns in den letzten Jahrzehnten mit diesem eigentlich wichtigen Fachbereich umgegangen wurde, ist absolut erschreckend. Wir wissen bis heute eigentlich nichts Genaues über das alte Handwerk. Beherrscht wird das Handwerk kaum wieder. Ich habe mich jahrzehntelang um die Wahrheit bemüht, die jetzt erst langsam begriffen wird. In der Vergangenheit hat es mir nur Spott eingebracht. Für viele ist es nur ein Spielplatz.
Wissenschaft - Wissen schaffen ?
Gleichzeitig gingen die ganzen öffentlichen, wissenschaftlichen Investitionen an irgendwelche Bürojobs. Jeder Handwerker muss sein Fach jahrelang erlernen. Sobald das Wort „historisch“ davor steht reicht es, eine Zusammenfassung zu schreiben, um sogar einen Doktortitel für die historische Stahlherstellung zu erhalten. Viel Geld und Jahrzehnte wurden verschwendet und jetzt kommt der Satz: „Wir haben gemerkt, dass in diesem Fachbereich Handlungsbedarf besteht, wir brauchen mehr Geld“. Wo kann man das Wissen abschreiben, um es als eigene Leistung zu veröffentlichen?