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Historische Schwertschmiede - Stahl und Klingen aus Eisenerz.
Historische Schwertschmiede - Stahl aus Eisenerzen herstellen.
Historische Schmiedekunst beginnt nicht mit modernem Industriestahl, sondern mit dem Ausgangsmaterial unserer Vorfahren: Eisenerz und Holzkohle. Auf Schwertschmiede.ch dokumentiere ich die Herstellung von Stahl im Rennofen und seine Weiterverarbeitung vom Rohstahl bis zur fertigen, gehärteten Klinge. Dabei verbinde ich jahrzehntelange identische Schmiedearbeit mit der Untersuchung historischer Stähle, Kunstpolitur und metallurgischen Analysen.
Vom Eisenerz zur gehärteten Klinge.






Der historische Weg zum Stahl besteht aus einer zusammenhängenden Kette von Arbeitsschritten. Erst wenn der gesamte Prozess beherrscht wird, kann man aus Eisenerzen schmieden und erkennen, wie sich der historische Rennofenstahl tatsächlich verhält.
1. Eisenerz auswählen und vorbereiten – die Eigenschaften des Erzes beeinflussen den späteren Prozess.
2. Reduktion im Rennofen – mit Holzkohle wird aus dem Erz ein Eisenschwamm beziehungsweise eine Luppe gewonnen.
3. Rohstahl aufbereiten – verdichten, ausschmieden, feuerverschweissen und die Stahlqualität gezielt verbessern. Man stellt nicht nur den Stahl grundsätzlich her, der für die Härtung wichtige Kohlenstoffgehalt muss auch einstellt werden.
4. Klinge schmieden – Materialverteilung, Kohlenstoffgehalt, Geometrie und Wärmeführung werden auf die spätere Funktion abgestimmt.
5. Härtebehandlung – das Härten solcher Stähle ist eine Kunst, der Stahl reagiert extrem. Härterisse vernichten die gesamte Arbeit.
6. Politur – erst an der fertigen Klinge werden Härtung, Struktur und Qualität des Stahls sichtbar.
Was ist der Unterschied zwischen historischer europäischer und japanischer Schmiedekunst?

In Japan blieb das alte Handwerk über Jahrhunderte hinweg als Tradition erhalten. Das gesamte Herstellungsverfahren ist grundsätzlich identisch und wurde weltweit über Jahrtausende verwendet. Wer historisch europäisch schmieden kann, kann auch traditionelle japanische Schwerter schmieden. Das enorme Wissen der Japaner über die Stähle, Qualitäten und das Handwerk, hat genauso Gültigkeit für das historische europäische Schmiedehandwerk. Es gibt klare Vorgaben. Die Qualifikation eines historischen europäischen Schmiedes/Experten muss der eines japanischen Schwertschmiedes/Experten entsprechen. Erschwerend wurde in Europa über einen sehr viel längeren Zeitraum, von sehr viel mehr Stahlarbeitern aus Eisenerzen im Rennofen Stahl hergestellt und verarbeitet. Die Vielfalt an unterschiedlichen Techniken, die unsere Vorfahren verwendet haben, ist immens, aber weitgehend noch unerforscht. Das ist eine weitere unerfüllte Vorgabe, die Schmiedetechniken überhaupt erkennen zu können und zu verstehen. Aus Eisenerzen gehärtete Klingen herstellen zu können ist die minimale Voraussetzung, danach beginnt erst der wirkliche Fachbereich.
Warum werden diese Zusammenhänge erst heute verstanden?
Seit über 35 Jahren untersuche ich alte Stähle, und seit 30 Jahren bin ich einer der Wenigen in Europa, die im Schmiedehandwerk unserer Vorfahren aus Eisenerzen gehärtete Klingen herstellen können. Die Realität steht im absoluten Widerspruch zu dem in allem sehr einfachen „Damaszenerstahl“ aus Industriestahl, der in den letzten Jahrzehnten als historischer europäischer Stahl vehement verteidigt wurde. Trotz enormer Bemühungen war es mir jahrzehntelang nicht möglich, den Blödsinn zu beenden. Dieser wichtige Fachbereich wird von allen Seiten schamlos missbraucht. Wenn wirklich wissenschaftliches Interesse bestanden hätte, wären wir um Jahrzehnte weiter. Was jetzt im Nachhinein kommt, darf man nicht mehr ernst nehmen.

Was muss man über die Forschung historischer europäische Stähle wissen?
Ohne die Informationen aus dem Handwerk über die Zusammenhänge, die Problematik, Wissen über die unzähligen Möglichkeiten und die Reaktionen in jedem einzelnen Arbeitsschritt, kann man keine gehärteten Klingen von hoher Qualität aus Eisenerzen herstellen, noch Schmiedetechniken erkennen oder gar erklären. Ohne dieses grundlegende Fachwissen ist wissenschaftliche Arbeit gar nicht möglich und war sie noch nie. Deswegen stecken wir in dieser Notlage, weil es keine Erfahrungen gibt.

Historische europäische Stahlherstellung
Grundsätzlich ist die historische Stahlherstellung immer identisch. Eisenerz, Holzkohle und die Verarbeitung des entstehenden Stahls durch Schmiede- und Schweissarbeit. Es gibt viele Schmiedetechniken, teilweise waren sie nur regional bekannt. Zwischen den Eisenerzen und dem fertigen Stahl liegt einzig die Handarbeit der Schmiede.
Japanische Koto- Schmiedekunst
Obwohl die japanischen Fachkreise im Vergleich zu uns sehr, sehr viel weiterentwickelt sind, gibt es auch in der historischen japanischen Waffenschmiedekunst einige offene Fragen. Dazu gehört die Koto – Schmiedetechnik, welche vor 1600 verwendet wurde.

Über Volker Hollmann.
Bereits seit vier Jahrzehnten erforsche ich historische Stähle. Meine wissenschaftliche Grundlage ist die Beherrschung des identischen Handwerks aus Eisenerzen und Untersuchungen von Artefakten, durch die Kunstpolitur und im metallurgischen Labor. Wissen -schaffen durch Arbeit, Wissen, Erfahrung, Nachdenken und viel investierte Zeit.
Viele weitere Informationen findet man auf YouTube: „Schwertschmiede“.
Kontakt: info@schwertschmiede.ch
