
Historische Schwertschmiede - Stahl und Klingen aus Eisenerz.
Historische Schwertschmiede - Stahl aus Eisenerzen herstellen.
Historische Schmiedekunst beginnt nicht mit modernem Industriestahl, sondern mit dem Ausgangsmaterial unserer Vorfahren: Eisenerz und Holzkohle. Auf Schwertschmiede.ch dokumentiere ich die Herstellung von Stahl aus Eisenerzen und seine Weiterverarbeitung vom Rohstahl bis zur fertigen, gehärteten Klinge. Dabei verbinde ich jahrzehntelange identische Schmiedearbeit mit der Untersuchung historischer Stähle, Kunstpolituren und metallurgischen Analysen.
Eisenerze + Holzkohle - Rennofen - Schmiedearbeit - - gehärtete Klingen.
Im Titel sind der historische europäische und der identische traditionelle japanische Schmiedeablauf beschrieben. Gängig wurde die historisch europäische Stahlherstellung und Schmiedekunst mit fertigem modernem Industriestahl abgehandelt. Maserungen aus Hart- und Weichschichten, die mit dem Rennstahl aus Eisenerzen so nicht erstellbar sind, galten als historisch europäisch. Heutige Arbeiten aus Eisenerzen endeten bisher kurz nach dem Rennofen. Realistische, europäische gehärtete Klingen direkt aus Eisenerzen gab es in Europa bisher kaum. Damit würde dieser Fachbereich aber erst beginnen. Wie beim modernen Industriestahl konnten auch unsere Vorfahren in den alten Verfahren unterschiedlichste Eigenschaften und Stahlqualitäten herstellen. Millionen von Schmieden haben über Jahrtausende hinweg die Prozesse erforscht und unterschiedlichste Techniken in Perfektion beherrscht. Von dem wissen wir bis heute nichts. Der Fachbereich ist derart destruktiv, dass bisher realistische Wissenschaft gar nicht möglich war. Wir sind weit davon entfernt, das historische europäische Schmiedehandwerk auch nur ansatzweise wie unsere Vorfahren verstehen zu können.

Vom Eisenerz zur gehärteten Klinge.







Die Arbeitsschritte der Stahlherstellung aus Eisenerzen.
Der historische Weg zum Stahl besteht aus einer zusammenhängenden Kette von Arbeitsschritten. Erst wenn der gesamte Prozess beherrscht wird, kann man aus Eisenerzen schmieden und erkennen, wie sich der historische Rennofenstahl tatsächlich verhält.
1. Eisenerz auswählen und vorbereiten – die Eigenschaften des Erzes beeinflussen den späteren Prozess.
2. Reduktion im Rennofen – mit Holzkohle wird aus dem Erz ein Eisenschwamm beziehungsweise eine Luppe gewonnen.
3. Rohstahl aufbereiten – verdichten, ausschmieden, feuerverschweissen und die Stahlqualität gezielt verbessern. Man stellt nicht nur den Stahl grundsätzlich her, der für die Härtung wichtige Kohlenstoffgehalt muss auch einstellt werden.
4. Klinge schmieden – Materialverteilung, Kohlenstoffgehalt, Geometrie und Wärmeführung werden auf die spätere Funktion abgestimmt.
5. Härtebehandlung – das Härten solcher Stähle ist eine Kunst, der Stahl reagiert extrem. Härterisse vernichten die gesamte Arbeit.
6. Politur – an der fertigen Klinge werden Härtung, Struktur und Qualität des Stahls sichtbar.

Was ist der Unterschied zwischen historischer europäischer und japanischer Schmiedekunst?

In Japan blieb das alte Handwerk über Jahrhunderte hinweg als Tradition erhalten. Die Stahlherstellung im Rennofen ist ein Verfahren, das weltweit über Jahrtausende hinweg verwendet wurde. Wer historisch europäisch schmieden kann, kann auch traditionelle japanische Schwerter schmieden. Das enorme Wissen der Japaner über die Stähle, Qualitäten und das Handwerk, hat genauso Gültigkeit für das historische europäische Schmiedehandwerk. Es gibt klare Vorgaben. Die Qualifikation eines historischen europäischen Schmiedes/Experten müsste der von Japanern entsprechen. Erschwerend wurde in Europa über einen sehr viel längeren Zeitraum, von sehr viel mehr Stahlarbeitern aus Eisenerzen im Rennofen Stahl hergestellt und verarbeitet. Die Vielfalt an unterschiedlichen Techniken, die unsere Vorfahren verwendet haben, ist immens, aber weitgehend noch unerforscht. Das ist eine unerfüllte Grundlage, um die Schmiedetechniken überhaupt erkennen und verstehen zu können. Aus Eisenerzen gehärtete Klingen herstellen zu können, ist die minimale Voraussetzung. Danach beginnt erst der wirkliche Fachbereich.

Bilder von untersuchten historischen europäischen Originalen.


Warum werden diese Zusammenhänge erst heute verstanden?
Seit über 35 Jahren untersuche ich alte Stähle, und bin seit 30 Jahren einer der Wenigen in Europa, die im Schmiedehandwerk unserer Vorfahren aus Eisenerzen brauchbare gehärtete Klingen herstellen können. Die Realität steht im Widerspruch zu dem einfachen „Damaszenerstahl“ aus Industriestahl, der in der Vergangenheit die historische europäische Schmiedekunst sein musste. Trotz enormer Bemühungen war es jahrzehntelang nicht möglich, die Fakten des Handwerks aus Erzen in den Fachbereich einzubringen. Praktisch ausschliesslich massive Gegenwehr. Das wissenschaftliche Interesse ist gering. Wir könnten problemlos um Jahrzehnte wissenschaftlich weiter sein. Es gab enorme Versäumnisse und das kommt jetzt langsam raus. Der Schaden ist riesig. Was jetzt im Nachhinein kommt, kann man gar nicht mehr ernst nehmen.

Schnelle Lösungen nicht möglich.
Es geht nicht nur um das Handwerk, sondern auch um grosse Investitionen in die Wissenschaft. Die grundsätzlichsten und wichtigsten Informationen fehlten bisher nachweislich (siehe z.B. Dissertationen), um realistisch wissenschaftlich arbeiten zu können. Das Handwerk aus Eisenerzen wird bei uns kaum beherrscht. Tausende Rennöfen und keiner hat scheinbar gemerkt, dass es keine gehärteten Klingen aus diesem Stahl gibt. (?) Ab 1200 kommt bei uns eine andere Stahlherstellung auf – darüber wissen wir gar nichts. Die ganzen Strukturen, Wärmebehandlungen, die vielen Schmiedetechniken, usw. – alles praktisch unbekannt.

Was muss man über die Forschung historischer europäische Stähle wissen?
Ohne die Informationen aus dem Handwerk über die Zusammenhänge, die Problematik, Wissen über die unzähligen Möglichkeiten und die Reaktionen in jedem einzelnen Arbeitsschritt, kann man weder gehärtete Klingen von hoher Qualität aus Eisenerzen herstellen, noch Schmiedetechniken erkennen oder gar erklären. Dieses grundlegende Fachwissen ist das Wichtigste. Wissenschaftliche Arbeit ohne Grundlagen ist nicht möglich und war es noch nie. Deswegen stecken wir in dieser Notlage, weil es keine weitergehenden Erfahrungen gibt. Wir wissen, dass es mit Eisenerzen und Holzkohle angefangen hat und mit den erhaltenen stählernen Objekten endet. Von dem, was dazwischenliegt, wissen wir kaum etwas…

Untersuchungen von historischen Rennstählen. Wissenschaft.

Wir haben in die Erforschung historischer europäischer Stähle bereits sehr viel Zeit und Geld investiert, stehen aber nachweislich ganz am Anfang. Abgesehen vom identischen Handwerk fehlt es bei uns an geeigneten Untersuchungsmethoden. In diesem Beitrag werden verschiedene Untersuchungsmethoden und ihre Vor- und Nachteile erörtert.

Die Wissenschaft geht weiter. Viel Material hat sich unterdessen wieder angesammelt. Wir planen neue Projekte, die zur Ergänzung weiterer Publikationen vorteilhaft und allgemein sinnvoll sind. Das Erstellen von schnellen und günstigen Kunstpolituren in höchster Qualität für Artefakte und neue Klingen, in Massen. Die Koto- Schmiedekunst wird man etwas mit Kursen unterstützen müssen.

Kontakt
info@schwertschmiede.ch







