www.schwertschmiede.ch von Volker Hollmann

Auf meine Mails und Leseproben die ich verschicke, mit der Aussage:“ Damaszenerstahl ist keine traditionelle Schmiedekunst“, bekomme ich nicht mal mehr eine Antwort.

Die Zeitschriften sind voll mit Damaszenerstahl, Berichten und Annoncen.

Die können sich die Wahrheit doch gar nicht leisten.

Den Schmiede, Experten und Messerzeitschriften wird man in nächster Zeit nicht glauben können.

Wer veröffentlicht schon freiwillig seine Inkompetenz.

Meine Aussage , dass Damaszenerstahl nichts mit traditioneller Stahlherstellung hat, die Wahrheit, will niemand wissen.

Aus meiner Sicht wird dieser Skandal eindeutig weitergeführt, durch spitzfindige Definitionen und Halbwahrheiten werden die Interessenten weiterhin für dumm verkauft.

Bislang wurde Damaszenerstahl unumstritten als harte und weiche Stahlschichten publiziert und praktiziert. Da man begriffen hat, dass in den Originalen keine solche hart– weich– Schichtung vorhanden ist, versucht man mit neuen Definitionen glaubwürdig zu sein, unterdessen ist einfach alles Damaszenerstahl. Obwohl der Damaszenerstahl keinerlei Ähnlichkeit mit den historischen Originalen aufweist, wird es dem Interessenten so präsentiert, dass  dieser keine Möglichkeit hat die Unterschiede zu entdecken.

Ein  Beispiel:                                                                        die IGDF

Internationalen Gesellschaft
für Damaszenerstahlforschung e.V.!

 

Zur Förderung der technisch-wissenschaftlichen, historischen und kunsthistorischen Arbeiten auf dem Gebiet der internationalen Damaszenerstahlforschung

 

Die IGDF wurde von M. Sachse gegründet, einem der Hauptverantwortlichen für die historische Schmiedekunst aus Industriestahl.

Vor kurzem noch stand auf diesen Seiten klar und deutlich, Damaszenerstahl ist ein Verbund aus harten und weichen Schichten und traditionelle, europäische Schmiedetechnik.

Die Definition des Damaszenerstahls (wichtigster Glaubensinhalt) hat sich plötzlich geändert.

Wichtiger Ausschnitt aus dem Lexikon dieser Vereinigung, den ich mit einigen Bemerkungen versehen habe:

 

http://www.damaszener.de/Lexikon/q-r.html#R

Offene worte

Veröffentlicht am 23. Juni, 2009

Fakt ist:

1. Damaszenerstahl hat nichts mit europäischer traditioneller Schmiedekunst zu tun.

Mit modernem Industriestahl, 2800- jährige Traditionen nachvollziehen zu wollen, ist nicht wirklich clever.

2. Vor über 13 Jahren habe ich das aufgedeckt und seit dieser Zeit versuche ich gegen diesen Misstand vorzugehen, absolut erfolglos. Meine Gespräche und Veröffentlichungen haben absolut nichts ergeben.

Alle hängen in diesem Skandal, Archäologie und Forschungsinstitute, Autoren und Verleger, die Damaszenerstahlschmiede, Händler, Messergilden, Sammler und andere „Experten“.

Das ist nicht einfach passiert, das wurde grobfahrlässig verursacht. Alle sind beteiligt ohne Ausnahme.

4. Im Moment begreifen diese Leute, welchen offensichtlichen Blödsinn sie seit Jahren vertreten haben.

5. Keiner will sich der Öffentlichkeit preisgeben.

 

 

Raffinierstahl

Raffiniert, Rohstahl, Luppe, Puddelstahl; muß um gut verwendbar zu sein, mehrfach angeschmiedet und gedoppelt werden. Es ist der gleiche Prozeß, den wir vom Damaststahl her kennen.
Damast- und Raffinierstahl können leicht verwechselt werden,
da beide Sorten das typisch adrige Aussehen haben. Bei Damaststahl ist jedoch eine Tatsache wichtig: Er besteht mindestens aus zwei verschiedenen Stahlsorten.

Bis zur Erfindung des modernen Stahls waren eigentlich alle Stähle entweder Raffinier- oder Damaststahl. Wootz stellt da eine besondere Entwicklung dar.

Also müssen beide Sorten Materialunterschiede aufweisen, sonst kann kein adriges Aussehen entstehen.

 

Dann ist alles Damaszenerstahl, auch japanische Schwerter.

Rennfeuerstähle sind nie homogen, entsprechend ist es immer ein Gemisch aus unterschiedlichen Stählen.

 

Da steht, dass es den Damaststahl vor der Erfindung des modernen Industriestahls gegeben hat.

Die schmieden alle „traditionell“ ihren Damaszenerstahl ausschliesslich aus modernem Industriestahl!

 

Dachau

 

Reichslehrschmiede der SS, Division Totenkopf; ab 1939 Schmiede für Blankwaffen und Damaszenerstahl. In der Zeit von 1939 - 1945 waren dort ca. 10 Mann beschäftigt, davon 5 Lehrlinge. Leitender Meister war Paul Müller (Reichsschmiedemeister). Er hatte einen Vertrag mit der Gesellschaft zur Förderung und Pflege deutscher Kulturdenkmäler e. V. In Dachau wurden die damals üblichen Blank-waffen gefertigt, jedoch auch besondere Repräsentationsstücke mit Klingen aus Damaszenerstahl. Das Signet von Paul Müller war in der Dachauer Zeit . Dieses Zeichen war auf den Damastklingen freistehend hoch geätzt. Mit dem Ende des 3. Reiches endete die Arbeit in Dachau, und Paul Müller ging nach Cronenberg (Wuppertal) zurück.
 

Wann wird der Damaszenerstahl zur traditionellen, europäischen Schmiedekunst?

Ursprünglich hat man mit hart und weichen Stahlschichten versucht den orientalischen Wootz nachzuahmen.

Dabei wurde klar unterschieden zwischen traditioneller Stahlherstellung aus Eisenerz und Holzkohle und diesem Damaszenerstahl. Noch um 1900 gab es beide Stahlsorten, moderner, legierter Industriestahl und traditionell hergestellter Rennfeuerstahl.

Man kannte die Unterschiede und Eigenschaften dieser beiden Stahlsorten noch sehr gut.

Dann verschwanden auch die letzten „Rennfeuer“ und es gab nur noch legierte Industriestähle.

Bereits um 1900 gab es in Solingen eine Produktion von harten und weichen Verbundstählen mit diesem typischen Muster des Damaszenerstahls, das wir bis heute kennen.

Diese Klingen sind ausnahmslos aus Industriestahl hergestellt und geätzt.

Wenn man sich diese alten Klingen aus Solinger Produktion anschaut, kann man deutlich den Übergang von Rennfeuerstahl zum Industriestahl erkennen.

Die Klingen aus Rennfeuerstahl zeigen eine total “verschwommene“, unklare Maserung.

Erst nachdem man Industriestahl für die Klingenherstellung verwendet wird dieses klare Bild des Damaszenerstahls, wie wir ihn heute kennen, sichtbar.

Dies ist materialbedingt, Rennfeuerstähle lassen sich nicht so gut ätzen wie Industriestähle.

Deswegen ist die Aussage der IGDF falsch.

Damaszenerstahl, mit seiner klaren Maserung, gibt es erst seit man Industriestahl zur Herstellung verwendet. 

Damals wurde dieser Damaszenerstahl noch nicht als traditionelle, historische, europäische Schmiedetechnik bezeichnet.

 

Für die Nazipropaganda war das Schwert ein sehr wichtiges Symbol um Macht, Mut und Heldentum zu demonstrieren.

Es gibt viele Unterlagen, welche die Dominanz des Schwertes in der Nazipropaganda belegen.  

Das Schwert war damals so wichtig, dass dieses Thema höchsten Kreisen unterstellt wurde.

 

Aus:   Internationalen Gesellschaft für Damaszenerstahlforschung e.V.  http://www.damaszener.de/Lexikon/d.html#D

 

 

Damaszenerstahl und Raffinierstahl haben beide adriges Aussehen aber der Damaszenerstahl besteht aus unterschiedlichen Stahlsorten.

Damaszenerstahl soll es vor der Erfindung des modernen Industriestahl gegeben haben, was uns aber präsentiert wird als Damaszenerstahl, ist ausschliesslich aus Industriestahl.

Unterdessen ist einfach alles Damaszenerstahl, das Märchen wird aus- und umgebaut, Hauptsache niemand merkt dass man von den wahren historischen Schmiedetechniken aus Eisenerzen keine Ahnung hat.

Aus der Biographie von M. Sachse (vor längerer Zeit der Homepage der IGDF entnommen) kann man folgenden sehr wichtigen Satz entnehmen.

Ist der traditionelle, historische, europäische Stahl, der aus Holzkohle und Eisenerz in der direkten Reduktion hergestellt wurde.

Ausschliesslich dieser Stahl wurde in Europa 2600 Jahre traditionell hergestellt. Er kann nur bis 4mm durch gehärtet werden, ist absolut unlegiert.

Orientalischer, erschmolzener Stahl.

Maserung entsteht beim abkühlen aus der Schmelze.

Dieser Stahl wird nicht gefaltet.

Diese Technik verschwand und galt lange Zeit als verloren.

Ursprünglich der Versuch, mit einem Verbund aus harten und weichen Stahlschichten die Maserung von Wootz herzustellen.

Durch die Verwendung von Industriestählen kann der gesamte härt bare Stahl gleichmässig durch gehärtet werden.

Verbundstähle sind technisch interessant, weil sie Härte und Flexibilität in einem Stahl vereinigen.

Dieser Stahl wird hergestellt seit es Industriestahl gibt und wird im Maschinenbau und für künstlerische Stahlgestaltung verwendet.

Keine sehr alte Technik, es gibt im Verhältnis nur wenige alte Stücke. 

 

Rennfeuerstahl

Wootz, Damaszenerstahl

Verbundstahl ,

Damaszenerstahl

Industriestahl

Im flüssigen Zustand legierter Stahl.

Ein neuer, verbesserter Werkstoff.

Kann problemlos in grösseren Abmessungen gehärtet werden.

Verdrängt ab 1800 immer mehr den Raffinierstahl.

Ab 1900 wird nur noch moderner Industriestahl hergestellt.

Textfeld: Das bisschen gehärteten Stahl den man mit dem Rennfeuerstahl erreichen kann, wird noch durch die weichen nicht härtbaren Stahlschichten reduziert.
Das ist  überhaupt nicht gut und wurde von keinem unserer Vorfahren angestrebt.
Auch bei japanischen Schwertern findet man keine weichen Schichten in der Härtelinie, weil es schlecht für die Funktion ist.
Unsere Vorfahren haben nie so etwas wie den „modernen Damaszenerstahl“ hergestellt. 
Das konnten sie mit ihrem Rennfeuerstahl gar nicht!
Diese Fakten sind seit über einem Jahrzehnt bekannt, wurden und werden aber aktiv vertuscht und verhindert.
Bereits 1997 hab ich das in der NZZ veröffentlicht, sinnlos.

Für den Laien ist es schwierig zu unterscheiden wer ein Experte ist und wer nicht.

Der Damaszenerstahl wurde gestürzt, nun hat das Wettrennen um den Rennfeuerstahl  begonnen.

Jeder wird sich mit dem Rennfeuer präsentieren und sich als Meister darstellen.

Eine Flut von Anfängern, welche sich um die Ränge streiten, es ist ein wichtigtuer Fachbereich, viel Ego, wenig Charakter.

Um sich zu vergewissern, dass der Eisenerzmeister auch wirklich ein Experte ist, kann man sich an folgende Regel halten.

Erfahrung sammelt man durch arbeiten, entsprechend viele Stücke von Qualität muss der Schmied vorweisen können.

 

 

 

 

 

Nach 3-4 Jahren tägliche Arbeit mit Eisenerzen

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 4-7 Jahren tägliche Arbeit mit Eisenerzen   

 

 

 

 

 

 

Nach 7 Jahren tägliche Arbeit mit Eisenerzen                               

Da ist man noch in der Lehrzeit und hat noch grundsätzliche Probleme.

Man hat noch kein wirkliches Wissen und ist eigentlich nur am zitieren.

Von Verständnis oder beherrschen des Eisenerzes kann keine Rede sein.

Experte— NEIN (momentan sind das 99% aller „Experten“)

Hat man die Abläufe langsam im Griff und es entsteht immer weniger Ausschuss.

Man hat sich schon viele Antworten erarbeitet und kann einige Aussagen machen.

Experte—langsam ernst zu nehmen

Fragen Sie einfach nach, wie lange derjenige mit Eisenerzen professionell arbeitet und Sie können mit oben aufgeführter Tabelle selbst beurteilen, wie ernst Sie den Experten nehmen können.

Wichtig ist nicht wie lange man sich schon mit Eisenerzen oder einem Rennfeuer präsentiert, sondern die aufgewendete Arbeitszeit!

Vergessen Sie die Show, es geht um fachliches Wissen und Erfahrung!

Die grossen Fachleute in der Herstellung von Stahl aus Eisenerzen sind die Japaner.

Auf deren Niveau muss man die Lehrzeit  welche oben aufgeführt ist, verdoppeln um ernst genommen zu werden.

Aus diesen Kreisen kommt die Aussage, dass man mindestens 200 Klingen aus Eisenerzen hergestellt haben muss um behaupten zu können ein Meister zu sein.

Entsprechend muss man diese europäischen Rennfeuerstahlschmiede überprüfen.

Hat man genug Erfahrung und beherrscht das Eisenerz.

Die Meisterschaft beginnt und man kann als Experte ernst genommen werden.

Moderner Damaszenerstahl, statt aus modernen Industriestählen, mit dem traditionellen Rennfeuerstahl hergestellt, ergibt diese Härteverhältnisse.

Keine gute Gebrauchsqualität,  wurde in „Europa“ nie angestrebt.

Wie weit zur Nazizeit der Damaszenerstahl, mit seinen harten und weichen Industriestahlschichten als traditionelle, historische Schmiedekunst bezeichnet wurde, ist mir nicht bekannt.

In Stahl-Fachbücher dieser Zeit wird jedoch noch klar unterschieden zwischen Rennfeuerstählen und Industriestahl.

Es macht jedoch den Anschein, dass bereits zu dieser Zeit dem Damaszenerstahl die Rolle als historische Schmiedekunst zugedichtet wird.

Für die heroische Propaganda hat man alles verwendet. 

Sicher ist, dass durch die Publikationen von Manfred Sachse, gefolgt von Heinz Denig, der Damaszenerstahl aus Industriestahl als vorindustrielle, historische Schmiedekunst eingesetzt wurde.

Alle in diesem Fachbereich sind diesen falschen Auslegungen wie die Schäfchen, ohne nachzudenken, hinterhergetrottelt.

Bis zum heutigen Tagen, in denen ich diesem inkompetenten Treiben endlich ein Ende bereitet habe.

 

 

Die Stahlsorten