Bei grösseren Stahlquerschnitten kann nicht einmal eine Oberflächenhärtung erreicht werden. 

   Auslaufende Oberflächenhärtung

 

nur bis max. 4mm durchhärtbarer Stahl, bei grösseren Stahlquerschnitten kann nur eine oberflächliche Härtung erstellt werden.

www.schwertschmiede.ch von Volker Hollmann

„Damaszenerstahl“/Herstellung

Ca. 300- lagiger Damaszenerstahl

150 harte, 150 weiche Stahlschichten-

 mit einer, wie oben beschrieben, angelegten Oberfläche.

 

Querschnitt von Damaszenerstahl, vergrössert.

Die Flächen wurden angeätzt um die Materialunterschiede ersichtlich zu machen.

 

Dieser Bereich wurde mehrmals geschmiedet und feuerverschweisst.

Der dunkle Kohlenstoffstahl hat bereits Kohlenstoff an die angrenzenden Bereiche abgegeben.

 

 

Der gleiche Stahl aber nur einmal feuerverschweisst und nur wenig geschmiedet.

Der Kohlenstoffstahl hat wenig gelitten und ist entsprechend durch die Ätzung dunkler.

 

       harter Schneidstahl 

 

 

    elastische Flanken durch hart– weich Kombination

Sämtlicher, legierter Kohlenstoffstahl ist gehärtet.

Querschnitt einer Kombination aus modernem Stahl

Anstelle von Kohlenstoff versuchten unsere Vorfahren, zu Beginn der Eisenzeit, mit Phosphor dem Eisen Härte zu geben. Dieses Experiment sollte Aufschluss über das Grundpaket eines solchen Schwertes geben.

Verwendet wurde nicht Raffinierstahl sondern moderner Industriestahl.

Durch die Verwendung von Industriestählen entstehen Differenzen im Stahlverlauf gegenüber dem Original, obwohl das Grundpaket vermutlich identisch war.

Raffinierstahl ist meist viel besser plastisch formbar als moderner Stahl, dadurch entstehen keine vergleichbaren Materialverläufe.

Nachschmiedeversuch eines keltischen Schwert, mit modernen Stählen.

Vergleich mit einer der bekanntesten Kombinationen aus Raffinierstahl

Der Unterschied zum Damaszenerstahl aus modernem Industriestahl ist gewaltig.                                                                                                 Beim Raffinierstahl kann nur die dünne Schneide  gehärtet werden, der gesamte Rücken ist weich.                                                                      Die schlechte Durchhärtbarkeit des Raffinierstahls ist ein enormer Nachteil gegenüber dem  modernem Industriestahl.                               Die Kunst des Schmiedes ist es trotz diesem materiellen handicap einen möglichst hohen Gebrauchswert zu erzielen.                                                             Bei diesem Querschnitt wird deutlich, dass unsere Vorfahren keinen Damaszenerstahl herstellen konnten!

Das Falten

Beispiel:

Das Anfangspaket besteht aus 10 Lagen, 5 Lagen härtbarem Stahl und 5 Lagen nicht härtbarem Stahl .

1. Schweissung= 10 Lagen                                1. Faltung+ Schweissung =  20 Lagen

2. Faltung + Schweissung  =  40 Lagen            3. Faltung+ Schweissung  =  80 Lagen

4. Faltung + Schweissung = 160 Lagen            5. Faltung+ Schweissung  = 320 Lagen

Herstellen der Oberflächenmaserung

Durch Materialentnahme werden die durchgehenden Schichten unterbrochen

Nachdem die Bohrung durch schmieden wieder „aufgefüllt“ ist, werden die angeschnittenen Lagen sichtbar.

 

Das Ätzen von Industrieverbundstahl

Mit Säure  kann der Verlauf der Schichten ersichtlich gemacht werden.

Die Säure frisst den kohlenstoffhaltigen Stahl schneller ab und untergräbt so den weichen, resistenteren Stahl.

Dadurch entsteht ein plastisches schwarz- weiss Bild an der Oberfläche.

 

Abfrass

Gut zu sehen ist, wie der Kohlenstoff  bei langen, hohen Temperaturen wandert und versucht sich auszugleichen. Diffusion.

Spalten

 

Falten

Herkunft und Definition des „Damaszenerstahls“                                                                                                                                                                Historische Schriften über den Damaszenerstahl, gibt es viele.                                                                                                         Alle machen die selbe Aussage, eine der  bekanntesten ist dieser Bericht von 1771: 

http://damascus.free.fr/f_damas/f_hist/perret.htm         Stahlherstellung in der Art von Damaskus

geschrieben 1771 von Jean Jacques Perret

In diesem Bericht erklärt Jacques Perret, wie er einen Verbund aus harten und weichen Stahlschichten herstellt, um

die Maserung des orientalischen Wootz zu imitieren.

Damaszenerstahl galt vermutlich auch bis zum oder nach dem 2. Weltkrieg nicht als historische, europäische Schmiedetechnik, dem Rennfeuerstahl, welcher von 800 v. Ch.– 1900n. Ch. in Europa hergestellt wurde.

Erst seit knapp 20-30 Jahren, durch die Bücher von M. Sachse und H. Denig wird der Ausdruck „Damaszenerstahl“ auch für die historische, europäische Stahlherstellung verwendet.

Weder die Herstellung, das Aussehen und die Eigenschaften des Industrieverbundstahls stimmen mit dem historischen Rennfeuerstahl überein.

 

Durch Stempelung und anschliessendem abschleifen des hervorstehenden Materials, erhält man den gleichen Effekt.

Diese Vorgehensweise ist typisch für den Damaszenerstahl, ursprünglich wurde so eine „ähnliche“ Maserung wie bei Wootz erzeugt.

Dieses Vorgehen zur Erstellung einer Maserung im Raffinierstahl, war unseren Vorfahren absolut unbekannt. 

Solche Maserungen sind in historischen Stählen nicht zu finden!!

Damaszenerstahl oder besser Industrieverbund-stahl, wie man ihn aus sämtlichen Publikationen kennt.

Seit Jahrzehnten wird von der Damaszenerstahllobby behauptet, unsere Vorfahren hätten solche hart– weich Schichten bewusst angewendet, um gute Waffen und Werkzeuge herzustellen. Das ist eine absolute Falschaussage!

 

Rennfeuerstahl.

Historische Stähle ( 800 V. Ch.—1900 n. Ch.), hergestellt im Rennfeuer mit Eisenerzen und Holzkohle, haben solche Härteverhältnisse.

Keine harten und weichen Schichten, nur harter Stahl nur der dünnen Schneide entlang.

Orientalischer Wootz, ein Stahl der im Tiegel geschmolzen wird. Kein „gefalteter“ Stahl.

Den irreführenden Ausdruck „Damaszenerstahl“ muss man meiden und klar definieren wie zum Beispiel: „Verbund aus Industriestahl“, „Rennfeuerstahl“ oder „Wootz“.

Bislang wurde ein Verbund aus harten und weichen Stählen als Damaszenerstahl bezeichnet.

Heute werden alle Stähle mit einer Maserung als Damaszenerstahl definiert.

Egal ob Wootz, der Verbund aus Industriestählen oder Rennfeuerstähle, alles ist Damaszenerstahl.

Der Ausdruck „Damaszenerstahl“ muss unbedingt vermieden werden um unterscheiden zu können, welche Stahlsorte gemeint ist.

Auch Einlegearbeiten mit Bunt- oder Edelmetallen wird als „damaszieren“  bezeichnet.

Rennfeuerstähle sind eigentlich immer ein Gemisch, bedingt durch die Schwankungen bei der Rohstahlproduktion im Rennfeuer.

Die Herstellung eines Industrieverbundstahles ist einfach und wird von hunderten Schmieden praktiziert.

 

 

 

 

Herstellungsablauf von Industrieverbundstahl

Als Grundmaterial werden fertige, moderne Industrieflachstähle oder Bleche verwendet, mit unterschiedlichem Kohlenstoffgehalt oder Legierungen. (kein Chromstahl)

Die in Stücke geschnittenen und gereinigten Stücke werden abwechslungsweise aufeinandergelegt und zu einem Paket zusammengestellt.

Durch seitliche Schweissnähten oder mit Draht werden die Platten fixiert.

Das Paket wird im Feuer erhitzt und bei beginnendem glühen mit technischem Borax bestreut.

Das Pulver schmilzt schon bei tiefen Temperaturen und bildet eine flüssige Schutzschicht, welche sich mit den Verunreinigungen verbindet.

Hat der Stahlblock eine Temperatur von etwa 1150 °C—1200°C erreicht, muss er mit gezielten Hammerschlägen leicht gestaucht werden.

Dadurch wird das flüssige Borax herausgequetscht und der Stahl verbindet sich zu einem Stahlblock.

Durch ausschmieden, spalten, falten und erneutes Feuerverschweissen werden die Lagen erhöht.

Ein sehr einfacher Prozess, der hauptsächlich Geschicklichkeit erfordert.